Über die Serie:
In der Serie „Wandernde Narrative“ wird das Wandern selbst zum bildnerischen Prinzip. Schemenhafte Figuren bewegen sich durch dichte Wälder, folgen gewundenen Wegen, begegnen Häusern, Bänken oder versammeln sich an einem kleinen Feuer. Die Landschaft umgibt sie nicht nur, sondern bestimmt ihre Bewegung: Baumstämme, Wege, Lichtungen und Formen verdichten sich zu einem Raum, in dem Orientierung immer wieder neu gesucht werden muss. Ein Teil der Werke lässt die Szenen in Schwarz, Weiß und Grautönen deutlich hervortreten, während andere sich zu nahezu schwarzen Bildwelten verdichten. Matte und glänzende Flächen liegen eng beieinander, sodass Wege, Bäume, Häuser und Figuren je nach Lichteinfall sichtbar werden oder wieder im Dunkel verschwinden. Der Betrachter muss seine Position verändern, näher herantreten und den Blick über die Oberfläche wandern lassen, um das Dargestellte zu erfassen. Die Wanderung vollzieht sich damit nicht nur innerhalb der Bilder, sondern auch im Sehen. Figuren tauchen auf, verlieren sich zwischen den Bäumen oder setzen ihren Weg an anderer Stelle fort. Typisch für die Narratio Graphica verbindet „Wandernde Narrative“ die Bewegung der Figuren mit der Bewegung des Blicks: Was sichtbar wird, hängt vom Standpunkt, vom Licht und von der Bereitschaft ab, den Weg durch das Bild selbst aufzunehmen.
